
1977 gründeten wir, Heinz Weichardt Bäcker- und Konditormeister und Mucke Weichardt seine Ehefrau (Großhandelskauffrau) die erste Vollkornbäckerei in Berlin. Es war auch die erste DEMETER-Bäckerei überhaupt.
Wir fühlten uns verpflichtet unserer Heimatstadt Berlin ein vernünftiges, vor allem, gesundes Brot anzubieten. Wie wir es im Süden Deutschlands genießen lernen durften.
In der ersten anthroposophisch geführten Drogenheilstätte, die wir 1971 mitbegründen durften, “Sieben Zwerge“ in Oberstenweiler am Bodensee hatten wir anfänglich nicht im Traum daran gedacht Brot zu backen, denn das hatte unser Architekt und unsere handfeste Bäuerin dort gebacken, letztere backt es heute noch für die NATURATA.
Die ersten Brote backten wir nach Feierabend in der Konditorei eines Bekannten in Spandau. Der Verkauf erfolgte ausschließlich auf der Straße vor den damals nur drei Waldorf-Kindergärten in Berlin und durch Mundreklame aus unserem Auto R4 heraus.
Schon sehr bald sprach sich die Qualität des Brotes herum und es folgte die Eröffnung einer Bäckerei samt Ladengeschäft in der Onkel-Tom-Straße in Zehlendorf. Im Jahr 1981 erfolgte der Umzug in die Mehlitzstraße 7 nach Wilmersdorf - dort ist auch heute noch der Betrieb ansässig.
Neben der wichtigen Aufgabe des Brotbackens, widmen wir uns auch noch der Erhaltung alter Haustierrassen.
Es ist uns durch einen Zufall eine Diepholzer Moorschnucke (sinniger Weise” Schnucki”) mit ihrem Lämmchen (”Senta”) in die Familie zugewachsen, da war die Entscheidung geboren, etwas für die Erhaltung dieser alten vergessenen Haustierrassen tun zu wollen.
Eine kleine Landwirtschaft wächst nun schon seit 22 Jahren neben der Bäckerarbeit in Schleswig Holstein.
Wir haben hier die Möglichkeit Getreidesorten zu beobachten und ihre Widerstandskräfte zu erfassen, eventuell Vergleiche mit anderen Landwirten und ihren Erfahrungen auszutauschen sowie auch beratend und befeuernd bei den Nachbarbauern zu wirken.
Wir machen uns wöchentlich auf den Weg und dort tanken wir dann die Kraft in der Natur, die wir dringend für unsere harte Arbeit in der Bäckerei benötigen.
Leicht ist das Landleben gerade nicht, auch hier müssen wir für Heu und Stroh sorgen, das wir mit unserem kleinen Traktor, der Mähmaschine und dem Wender selbst ernten.
Wir haben dort etwa 5 ha Land in Pacht und da können wir uns schon kräftig austoben, für die Enkelkinder ist es ein Paradies. Sie lernen mühelos die Natur zu achten und von ihr zu leben.
Die Ponys vom Schlachthof aus Husum, Blacky und Charly, erlagen leider ihrer Krankheit. Nachdem nun auch unser 33 Jahre alter Wallach Aramis in die ewigen Jagdgründe gegangen ist, die Schafe, aus dem Berliner Zoo, an Altersschwäche mit elf und dreizehn Jahren gestorben sind, ist unser kleiner Tierpark auf drei Nachkommen unserer schönen Holsteiner Stute, zwei Katzen und zwei Hunde geschrumpft.
Lange bleibt bei uns kein Plätzchen leer.
Es wurde zu Ostern 2009 in einer Hau-Ruck Aktion eine ganze Ponyherde aus einer bösen Situation geholt.
Drei kleine Hengste unterschiedlichen Alters zermürbten sich gegenseitig, wobei einer mehr tot als lebendig war. Eine kleine hochtragende Stute und ein 18-jähriges verwahlostes Schulpferd wurde auch gleich mitgenommen.
Nun ist wieder Leben auf dem Hof, einige Zeit bangten alle um die verwahrlosten Tiere, denen teilweise die Tierärzte kaum eine Chance geben wollten. Bald kam ein gesundes Ponyfohlen auf die Welt, die kleinen Hengste konnten zu Wallachen werden, um sich gut miteinander halten zu lassen, ohne sich ständig zu beißen oder zu quälen.
Der Große bekommt eine Spezialbehandlung für die kranken Füße und wurde von unseren "Großen" liebevoll angenommen.
Kaum zu glauben wie man durch artgerechte Haltung, Liebe und gutes Futter natürlich auch genügend Bewegung den Tieren wieder zu echter Lebensfreude verhelfen kann.
Diese Bilder sprechen doch für sich.




Mucke und Heinz – Sonntag, 7. Oktober 2007



